Unter Berücksichtigung der Fülle von Aspekten finden sich Handelsunternehmen heutzutage in einem unbeständigen Umfeld wieder. Klassische Größenvorteile werden durch Lieferkettenunterbrechungen oder dynamische Netzwerkeffekte verdrängt und bedrohen die als sicher geglaubte Marktposition.

Keine Lieferkette ist jemals zu 100% krisensicher. Das zeigen die Folgen des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine, denn im Februar 2022 hatte sich die politische Lage zwischen den beiden Ländern so weit zugespitzt, dass Russland militärisch in die Ukraine eingedrungen ist. Das bringt aktuell nicht nur schreckliche humanitäre Probleme mit sich, sondern auch wirtschaftliche Folgen, die unter anderem in Europa und den Vereinigten Staaten zu spüren sind. Es geraten immer mehr globale Lieferketten in Gefahr zusammenzubrechen, sowohl durch den militärisch bedingten Ausfall ukrainischer Geschäftspartner als auch auf Grund internationaler Sanktionen gegen Russland und russische Unternehmen.

Unerwartete Herausforderungen können den Welthandel jederzeit treffen. Das wurde durch die Havarie der „Ever Given“ wieder einmal bewiesen. Seit Dienstagnacht blockiert der Ozeanriese den Suezkanal und damit eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Ohnehin belastete Lieferketten werden somit weiter strapaziert, während ein Ende der Blockade nicht in Sicht ist.

Update: 25.11.2020
Die Bundesregierung will das Lieferkettengesetz in den kommenden Monaten verabschieden. Es schafft einen gesetzlichen Rahmen für die Sorgfaltspflicht entlang der gesamten Lieferkette. Unternehmen könnten somit beispielsweise für Menschenrechtsverstöße ihrer Lieferanten haften. Für Unternehmen und vor allem den Einkauf bedeutet das neue Pflichten.
